Samana Shacha

Ort: Tocagón, Provincia Imbabura, Ecuador
Projektpartner vor Ort: Caiza Tocagon Sebastian
Projektkoordination: Jan Nasgowitz und Jule Nibbenhagen
Finanzielle Unterstützung: einmalige Zuwendung über 1.200 €
Projektbeginn: Februar 2021

Projektziele:

  1. nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse für Indigene auf dem Land
  2. interkultureller Austausch zwischen Indigenen und Besucher:innen
  3. Bildungsaspekt sowohl zu Kultur als auch Umwelt
  4. Beitrag zum Erhalt des Ökosystems
  5. Ort zum Praktizieren indigener Traditionen 

Detaillierte Ziele

Das Projekt Samana Shacha, welches aus der Kichwa Sprache übersetzt “Ort der Erholung” bedeutet, wird ein Erholungspark welcher sich auf einem Gelände von über 4 ha erstrecken wird. Knapp 20 Minuten mit dem Bus von der Stadt Otavalo entfernt, welches neben den Galapagosinseln das meistbesuchte Tourismusziel Ecuadors ist, entsteht in der indigenen Gemeinde Tocagón ein Erholungspark inmitten der imposanten andinen Umgebung

Geplant sind Sanitäranlagen, ein Speiseraum, ein Art Kulturzentrum, eine Kochstelle sowie eine Campingzone für Tourist:innen. Das Vorhaben schafft Arbeitsplätze und stärkt die Gemeinde als Ganzes. Zudem verfolgt das Projekt auch einen edukativen Aspekt: Durch den Austausch lernen Besucher viel über das Zusammenleben mit der Natur und die Kultur der Indigenen im Allgemeinen, die leider häufig als minderwertig eingestuft wird. Insbesondere soll das Projekt der älteren Bevölkerung zugutekommen.

Geschichte des Projekts

Die Verbindung zu der Gemeinde geht zurück auf das Jahr 2013, als ich, Jan Nasgowitz, mein FSJ in der Gemeinde Tocagón in den Anden im Norden Ecuadors als Sport- und Englischlehrer machen durfte. Die indigene Kultur, welche sich aus meiner Perspektive durch ein extrem nachhaltiges und solidarisches Leben im Einklang mit “Pachamama” (Mutter Erde) kennzeichnet, hat gleichzeitig mit Problemen wie Rassismus und wirtschaftlicher Armut zu kämpfen.

Neben der Corona Krise, welche das Land Ecuador wie auch die dortige Bevölkerung hart getroffen hat, haben es Indigene generell schwer, in geregelte und faire Beschäftigungs- verhältnisse zu kommen.

Hier soll das Projekt den Beitrag leisten, nachhaltige Beschäftigung für Indigene der Gemeinde zu unterstützen. Mein damaliger Gastvater, welcher damals 200 Avocado Bäume pflanzte um die Bildungskosten der Tochter finanzieren zu können, ist einer von 10 Genossenschaftlern, die sich nach dem Ownership Prinzip dazu verpflichtet haben, den Park zu pflegen und die Grundsumme für erste Arbeiten und Anschaffungen zu tätigen. Bauarbeiten, welche darauf bedacht sind die Umwelt zu komplementieren und einen ökologischen Beitrag zu leisten, werden nach dem traditionellen Prinzip der Minga durchgeführt, was so viel wie gemeinsame Arbeit für die ganze Gemeinschaft bedeutet. Hierbei wird das Essen größtenteils von den Frauen der Gemeinde zubereitet, während meistens die Männer aus dem Dorf körperlich schwere Arbeiten verrichten.

Projektgebiet:

Wie bereits erwähnt wird dieses Projekt in den Anden im Norden Ecuadors durchgeführt. In der Nähe von 3 Vulkanen und der Stadt des Kunsthandwerks Otavalo gelegen, ist die Region ideal um eine faszinierende Lebenskultur sowie köstliches Essenkennenzulernen. Ebenso ist unser neues Projektland Ecuador eines der vielfältigsten Länder weltweit: tropische Küstenzone, die Anden mit schneebedeckten Vulkanen, das Amazonas-Tiefland und die Galapagosinseln – auf einer Fläche kleiner als Deutschland sind verschiedenste Landschaften und Vegetationen zu finden. Auch ethnisch ist Ecuador breit gefächert. Neben dem Spanischen gibt es noch 13 indigene Sprachen, die alle offiziell anerkannt sind.